DREIGROSCHENOPER
Alte Mälzerei in Mosbach
Dienstag, 05.10.2010 um 19:30

Veranstalter: Stadt Mosbach - Kulturabteilung

DREIGROSCHENOPER
DIE DREIGROSCHENOPER
Bertolt Brecht/Kurt Weill


Zitat


„Denn wovon lebt der Mensch?"

Jonathan Peachum, Chef eines „Unternehmens“, das Bettelei organisiert, hat in Londons Unterwelt das Sagen. Getarnt als „Bettlers Freund“ stattet er die Londoner Bettler als „Grundtypen des Elends“ aus. Für Peachum gibt es nur einen Konkurrenten und das ist der berüchtigte Ganove Macheath, der sich selbst „Mackie Messer“ nennt. Nachdem dieser auch noch seine bezaubernde Tochter Polly vor den Traualtar geführt hat, beschließt Jeremiah Peachum sich für den „geschäftlichen Verlust“ an Macheath zu rächen und verlangt seine sofortige Verhaftung. Von Polly gewarnt, setzt sich Macheath ab und bestimmt seine Frau zu seiner Vertretung als Gangsterboss. Doch seine frühere Geliebte Jenny, die er während der Flucht im Hurenhaus besucht, verrät ihn an die Polizei, und er landet im Gefängnis „Old Bailey“. Zum Glück kann er von Lucie, der Tochter des Polizeichefs wieder aus dem Kerker befreit werden…
Der Krieg auf Leben und Tod und das Hin und Her zwischen Peachum und Macheath hat damit noch lange kein Ende, denn Peachum setzt Polizeichef Tiger Brown, einen alten Kriegskameraden von Macheath mit seiner Drohung die bevorstehende Krönungszeremonie mit seinen Bettlern zu zerstören unter Druck und Macheath wird zum zweiten Mal verhaftet und soll gehängt werden. Damit findet er sich kurz nach seiner Vermählung am Galgen wieder. Schließlich nimmt das Geschehen doch noch eine überraschende Wendung und in einem großen etwas parodistischen Opernschluß geht die ganze Affäre gut aus.

DIE DREIGROSCHENOPER, die auf John Gays Händel-Travestie „The Beggar’s Opera“ aus dem 18 Jahrhundert basiert, begründete Brechts Weltruhm und die Uraufführung dieses legendären Werks mit Kompositionen von Kurt Weill reformierte das Theater, denn mit ihr setzte sich die „offene, epische Form“ durch. Brechts Kommentar zu dem bahnbrechenden Werk: „Wir haben eine Gesellschaftsordnung, in der so ziemlich alle soziale Schichten der Bevölkerung moralische Grundsätze berücksichtigen, indem sie nicht in Moral, sondern natürlich von Moral leben“, steht für die ungebrochene Aktualität des Stoffs und regt zur kritischen Reflexion heutiger Verhältnisse, in denen unter fragwürdigen Moraldefinitionen gnadenlose Verteilungskämpfe um Geld und Status geführt werden, an.



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